Faszination des Einfachen

Samuel Hahnemann (1755-1843) kann mit Recht als herausragender Gelehrter der Naturwissenschaften seiner Zeit gesehen werden. Seine Sprachbegabung ermöglichte es ihm, in der Zeit, als er sich von der damals gelehrten Schulmedizin abwandte, als Übersetzer medizinischer Schriften zu arbeiten.

Als Chemiker und Apotheker verfasste er ein Apothekerlexikon, dass bis in das zwanzigste Jahrhundert als Standardwerk galt.

Seine Gedanken zur Stadthygiene waren Zukunft weisend, seine Vision zur staatlichen Kontrolle der Arzneimittel und der Homöopathika wurde in den 60er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts im Homöopathischen Arzneimittelbuch (HAB) umgesetzt.

In unserer Zeit, in der man die Halbwertszeit des medizinischen Wissens mit etwa 5 Jahren ansetzt, ist es umso erstaunlicher, dass die Grundlagen der Homöopathie noch heute, über 200 Jahre später, Gültigkeit haben.

Die zentrale Erkenntnis der Anfänge der Hahnemann´schen Lehre ist die Erkenntis:

„SIMILIA SIMILIBUS CURENTUR“ (Ähnliches könne (möge) mit Ähnlichem geheilt werden).

Hahnemann hatte das Werk des schottischen Arztes William Cullen übersetzt und hier von der therapeutischen Wirkung der Chinarinde bei Malaria erfahren . Er probierte das Mittel selbst. Nach einigen Wochen stellten sich bei ihm die gleichen Symptome wie bei einer Malaria ein, nur ohne Fieber. Dies ging in die Geschichte der Homöopathie als die erste Arzneimittelprüfung ein.

Bei der Frage, wie man mit Giften verfahren solle, die ja nicht in Reinform eingenommen werden können, fiel ihm später auf, dass die Mittel umso stärker wirkten, je stärker sie verdünnt wurden. Dieser Schritt war die endgültige Entdeckung des homöopathischen Prinzips.

Hahnemann ging von der Auffassung aus, dass es eine Lebenskraft, die „Vis vitalis“ gibt. Diese sei beim Kranken geschwächt. Man müsse nur das passende Mittel finden – dies habe mit einer ausführlichen Anamnese zu geschehen – um diese Lebenskraft wiederherzustellen.

Da es um ein umfassendes Prinizip geht, dessen Wiederherstellung zur Gesundung führt, kennt die Klassische Homöopathie auch keine Diagnose im Schulmedizinischen Sinne.

Das Fasnzinosum dieser Heilkunst ist deren Einfachheit.

Nicht im Sinne von „simpel“ oder „banal“, sondern in der Schlichtheit der Heilmittelfindung, wenn der Heilkünstler sich an den Vorgaben des Meisters Samule Hahnemann hält.